Etwas Geschichtliches über den Cavalier

Die frühesten Hinweise auf den Cavalier King Charles Spaniel finden wir auf Bildern des 16. und 17. Jahrhunderts. Viele Gemälde dieser Zeit zeigen diese Toy-Spaniels, wie sie in England auch genannt werden, als Begleit- und Schoßhunde adliger Damen. Die englischen Könige hatten eine besondere Vorliebe für die kleinen Spaniel. Sie werden erwähnt bei James I., Heinrich VIII., Elisabeth I. und Maria Stuart. Eine richtige Zucht nach heutigem Verständnis erfolgte noch nicht. Das änderte sich unter den englischen Königen Charles I. und Charles II. und mit gutem Recht sind sie es, die unserer liebenswerten Rasse den Namen gegeben haben. Von Anthonis van Dyck, der ab 1632 am englischen Königshof als Maler tätig war, ist uns ein Bild erhalten geblieben, das die drei ältesten Kinder Charles I. mit ihren Hunden darstellt. Diese reizende Bild ist zugleich Dokument vom Beginn der Zucht unserer Rasse. 
Der Umstand, dass sich ein König für die Entwicklung der Rasse interessierte, war ein besonders glücklicher. Nicht nur, dass der Herrscher frei von wirtschaftlichen Zwängen war und ein Heer von Bediensteten für die Routinearbeiten hatte, seine weitreichenden länderüberschreitenden Verbindungen ermöglichten darüber hinaus die Einfuhr von geeigneten Zuchtpartnern. Charles II. übernahm das züchterische Engagement von seinem Vater und brachte einen bedeutenden Aufschwung in die Zucht. Sie wurde in großem Umfang durchgeführt und dadurch die Zuchtbasis verbreitert. Darüber hinaus wurden geeignete Tiere vom europäischen Kontinent zur Verbesserung des Typs herangeholt. Durch seine Schwester Henriette von Orlean erhielt er aus Frankreich Hunde, die den bis dahin reinschwarzen bzw. schwarz-weißen Farbschlägen zu den roten Abzeichen verhalfen. Der dreifarbige Farbschlag ist daher mit seinem Namen verbunden, der ja neben der Bezeichnung "tricolour" auch als "Prince Charles" bekannt ist. Die Zucht der King Charles Spaniel war inzwischen nicht nur in königlichen und herzoglichen Händen, sondern in England weit verbreitet. Nicht jeder, der damals diese Hunde züchtete, tat dies mit der Akribie, wie einst die Fürsten. 
Youatt klagt 1845 über diese Tendenz in der Zucht: "Die King Charles Zucht unserer Zeit ist tatsächlich zum Schlechten verändert worden." Es ist dem Amerikaner Roswell Eldrigde zu verdanken, das dies nicht das Ende der Entwicklung war. Als Mann der Tat setzte er einen Preis von 25 Pfund Sterling aus für den besten Hund und die beste Hündin, ausgestellt in der Klasse für Blenheim-Spaniel des alten Typs, wie er auf den Bildern aus der Zeit Charles II. zu sehen ist. Der Preis sollte anlässlich der Cruft's Show vergeben werden. 1928 wurde der Cavalier King Charles Spaniel Club gegründet. Man hatte dem alten Rassenamen das Wort "Cavalier" vorangestellt, um einerseits die Abgrenzung zu den King Charles Spaniels zu betonen, aber anderseits auch an den gemeinsamen Ursprung der Rassen zu erinnern. Vorsitzende des Clubs wurde Mrs. Amice Pitt, die mit ihrem Engagement und mit Tieren aus ihrem Zwinger "Ttiweh" maßgebend für die Entwicklung der neuen, alten Rasse wurde. Mit der Registrierung der Rasse durch den Kennel-Club im Jahre 1945 und der Bestätigung des ersten Rassestandards 1946 begann ein Aufschwung in der Zucht dieser Rasse, deren Beliebtheit mehr und mehr zunimmt. Ab 1948 wurden Champions unserer Rasse gekürt.